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Weihnachtsbrief 2015
 
Liebe Freunde und Wohltäter
unseres gemeinsamen Freundes Abbé Felix,
 

in diesem Jahr Weihnachten zu feiern fällt mir heuer nicht ganz so leicht. In den Kirchen werden die gleichen biblischen Texte wie jedes Jahr gelesen: „Friede auf Erden den Menschen". In diesem Jahr haben die Worte für mich einen bitteren Beigeschmack. Wo ich glaube, dass wir einem gütigen, liebenden Gott den Weg in unsere Herzen bereiten sollen, nehmen religiöse Fanatiker ähnliche Worte in den Mund. Wollen ihrem Gott – oder wohl sich selbst – mit Gewalt den Weg bereiten.

Und wenn ich weiter denke: Die biblische Weihnachtsgeschichte von der Herbergssuche, wo für Maria und Josef kein Platz zu finden war, wo die Türen verschlossen blieben und letztlich nur ein Stall bereit stand, erinnert mich an die vielen Migranten und Flüchtlinge, die hier bei uns ankommen und doch nicht wirklich hereingelassen werden? Doch bitte bei uns nicht – wir haben keinen Platz, kein geeignetes Haus! Außengrenzen, Kontingente und Obergrenzen werden wieder diskutiert.

Aber ich freue mich trotzdem auf Weihnachten, weil ich eine Willkommenskultur erlebe, nicht nur am Hbf. in München, sondern auch in vielen Helferkreisen, die sich ehrenamtlich für Mitmenschen engagieren, die versuchen, Gastfreundschaft anzubieten und die das verwirklichen, was uns allen an Weihnachten als Botschaft aufgetragen ist. Dem Fremden – nicht nur aus Nazareth – Herberge und Heimat zu gewähren, denn in der Gastfreundschaft für ihn und seine geringsten Brüder und Schwestern ist es Gott selbst, der zu uns kommt.

Wenn wir als Mitglieder, als Freunde und Wohltäter unseres Fördervereins Abbé Felix e.V. in diesem Jahr Weihnachten feiern, dann freue ich mich auch und bin sogar ein wenig stolz auf das große Engagement unserer Mitglieder. Schon bei unserer letzten Jahreshauptversammlung am 4. September 2015 bestätigte Abbé Felix, dass die Hilfe und der Einsatz für seine Projekte im Kongo der Weg wäre, den wir politisch in Deutschland generell gehen müssten und dass die Nöte und Probleme der Menschen in der sogenannten Dritten Welt vor Ort gelöst werden müssten.

Ein paar Schwerpunkte des vergangenen Jahres möchte ich in diesem Weihnachtsbrief hervorheben. Wir haben uns alle sehr gefreut, dass es heuer im Sommer geklappt hat mit der Installation der Solaranlage, die die Industrieelektronikerin Claudia Bumke aus Lindau in der Heimat von Felix installiert hat. Im Namen der Vorstandschaft, liebe Frau Bumke, ein ganz herzliches Vergelt`s Gott. In unserer Homepage können Sie sich ausführlicher über dieses Engagement informieren.

In Hinterschmiding fand am Misereor-Sonntag wieder das traditionelle Fastenessen statt, das von der Bevölkerung gut angenommen wurde und wo viele freiwillige Helferinnen und Helfer wie jedes Jahr für Gulasch- und Gemüsesuppe sowie für Kuchen sorgten. Vergelt`s Gott!
Bei der schon bereits erwähnten Jahreshauptversammlung im September in Hinterschmiding berichtete Abbé Felix ausführlich über seinen Aufenthalt im Kongo, wo neben der Installation der Solaranlage, die Kapelle „Maria, Mutter aller Völker“ eingeweiht werden konnte.

Vom 17. bis 19. September waren Abbé Felix, Michael Jüschke und ich bei einem anstrengenden Seminar in Nürnberg, wo wir einerseits unseren Förderverein vorstellen konnten, die Schwerpunkte unserer Arbeit darstellten und dann vor allem Hilfen erhielten für die öffentliche finanzielle Förderung vom BMZ, die wir in diesem Jahr erhielten. Als Vorsitzender möchte ich an dieser Stelle vor allem unserem Beiratsmitglied Michael Jüschke und Frau Kurz ein ganz herzliches Vergelt`s Gott aussprechen, für die Zeit und Mühe, die sie investierten, um Abbé Felix bei all den Arbeiten und auszufüllenden Formularen hilfreich zur Seite zu stehen.

Am Sonntag, 08. November, fand in Zimmerbach ein Herbstfest des Fördervereins statt, das mit einem Festgottesdienst begann, mit einer Präsentation von Claudia Bumke über ihre Arbeit im Kongo und mit einem ausführlichen Bericht von Abbè Felix über seinen Aufenthalt in Phalanga.

Die Vorstandschaft des Fördervereins dankt nun am Ende eines wieder ereignisreichen Jahres allen Mitgliedern und Freunden für ihre Spenden, für ihr Engagement und nicht zuletzt auch für ihr Gebet. Sie liebe und treue Mitglieder haben die Botschaft des Evangeliums und damit auch die Botschaft von Weihnachten durch Ihre Solidarität und Ihr Engagement für die Menschen im Kongo lebendig werden lassen. Wir sagen Ihnen ein ganz herzliches Vergelt`s Gott, auch und vor allem im Namen von Abbé Felix, der Sie mit Ihren Anliegen, Sorgen und Nöten in der Christmette mit einschließt.

Wir wünschen Ihnen und Ihren Familien frohe, besinnliche und gesegnete Weihnachten und hoffen für uns alle, für die Flüchtlinge und für die Menschen im Kongo, dass das Jahr 2016 ein friedvolleres Jahr wird, dass es nicht mit Waffen, sondern mit Liebe getragen wird. Die Liebe, das ist unsere Stärke. Möge das Licht dieser Liebe in das Dunkel unserer Welt gerade jetzt an Weihnachten hineinleuchten.
Möge dieses Licht der Liebe tief in unser Herz eindringen und uns alle mit Freude erfüllen.

 

Dieter Reichardt
1. Vorsitzender
 

 

 

 
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